Zeitordnungen des Lebens – Zyklische, lineare und präsentische Zeit in Medizin, Pädagogik und Gesellschaft
Prof. Dr. med. Friedrich Edelhäuser
Die naturgegebene Zeitlichkeit des Lebendigen ist in erster Linie durch zyklische Prozesse und Rhythmen gekennzeichnet, die auch im subjektiven leiblichen Erleben zum Ausdruck kommen. Das gilt etwa für den Herzschlag, die Atmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus oder die Tagesperiodik der Hormonausschüttung. Zyklisch wiederholen sich auch Trieb und Befriedigung, Bewegung und Ruhe, Verausgabung und Erholung.
Dieser zyklischen Struktur der gelebten Zeit steht die Ordnung der linearen (Uhr-)Zeit gegenüber, die sich in der Naturwissenschaft und Lebenswelt westlicher Gesellschaften seit der Neuzeit zunehmend etabliert hat. Diese ist charakterisiert durch eine wachsende Beschleunigung, Aufhebung von Rhythmen und den Verbrauch der natürlichen Ressourcen, die den Lebensprozessen zugrunde liegen.
Prof. Dr. med. Friedrich Edelhäuser
Prof. Dr. med. Friedrich Edelhäuser ist Neurologe, Chefarzt der Abteilung für Frührehabilitation am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Kollegiale Leitung des Integrierten Begleitstudiums Anthroposophische Medizin. Ich interessiere mich für den Zusammenhang von Wahrnehmen und Bewegen, Introspektionsforschung (Erste-Person-Perspektive), moderne aktivitäts- und teambasierte Unterrichtsdidaktik, Teambildungs-, Aus- und Weiterbildungsfragen, One Health, Planetary Health und ökologische Medizin.
Ziele & Kompetenzen
Der Kongress hat zum Ziel, die Dialektik der drei Zeitprinzipien zunächst grundsätzlich zu untersuchen, um sich dann ihrer konkreten Ausgestaltung insbesondere in der Medizin, in der Pädagogik, in Studium und biographischer Entwicklung zu widmen. Dabei wird es um Konflikte, Krisen ebenso wie Potenziale und Veränderungsmöglichkeiten der Zeitordnungen gehen.
Maximale Teilnehmendenzahl
30 Teilnehmer