Transformatives Lernen im Zeitalter der KI
Wie lernen Menschen so, dass sich nicht nur ihr Wissen, sondern ihre Perspektive auf die Welt und ihre Selbstwahrnehmung verändern? Und wie können wir Lernumgebungen gestalten, die solche Transformationen ermöglichen – in einer Zeit, in der KI die Frage nach dem Ziel von (akademischer) Bildung grundlegend neu stellt?
Das Seminar verbindet drei Ebenen: Studierende erarbeiten die theoretischen Grundlagen transformativen Lernens, wenden diese Erkenntnisse auf die kritische Analyse ihrer eigenen Studienprogramme an und entwickeln konkrete Gestaltungsvorschläge für transformative Lernerfahrungen an der Universität Witten/Herdecke.
Dabei sind insbesondere Studierende eingeladen, die sich aktiv im Transformationsprojekt in der WiGe, im LIC oder in anderen Lernprojekten an der UW/H engagieren.
KI bildet dabei sowohl den Kontext (Warum ist transformatives Lernen heute wichtiger denn je?) als auch ein Werkzeug (Wie könnte KI transformatives Lernen unterstützen oder gefährden?).
Manuel Dolderer
Manuel Dolderer setzt sich als Bildungsunternehmer, Gründer, Berater und Vordenker dafür ein, Hochschulbildung im Zeitalter von KI als Raum für Neugier, Selbstwirksamkeit und gesellschaftliche Verantwortung neu zu denken und systemisch zu verankern.
Er ist Mitgründer und war langjähriger Präsident der CODE University of Applied Sciences in Berlin, einer innovativen Hochschule für digitale Produktentwicklung. Dort verantwortete er den Aufbau und die Etablierung eines neugiergetriebenen, projektbasierten Lernmodells, das früh auch Fragen des Einsatzes von AI in Lehre und Praxis adressierte. Parallel gründete er die code+design Initiative, einen Verein, der mit seinen Angeboten chancenbenachteiligten Jugendlichen hilft, den praktischen Einsatz digitaler Technologien zu erlernen und dabei Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen
Davor verantwortete er den Aufbau der praxisHochschule (Klett-Gruppe), die später in die Europäische Fachhochschule (EU|FH) überging. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Kulturwissenschaften an der Universität Witten/Herdecke, wo er sich unter anderem als Vorstand der StudierendenGesellschaft engagierte.
Als Mitglied der Peer-to-Peer-Beratung des Hochschulforums Digitalisierung hat er zahlreiche Hochschulen bei der digitalen Transformation begleitet. Mit Vorträgen und Publikationen – unter anderem bei OEB Global, Times Higher Education, dem University Future Festival und TEDx – trägt er seit Jahren zu internationalen Diskussionen über die Zukunft der Hochschulbildung bei.
Derzeit engagiert er sich als Berater für ein Transformationsprojekt an seiner Alma Mater, der Universität Witten/Herdecke, und wirkt zugleich an der Gründung der Zukunftsallianz für Transformative Bildung mit.
Ziele & Kompetenzen
Theorie transformativen Lernens (Mezirow)
Kognitive Grundlagen des Lernens (Dehaene)
Selbstbestimmungstheorie und intrinsische Motivation (Deci & Ryan)
Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura)
Growth Mindset (Dweck)
Learning Experience Design
KI als Kontext: Kompetenzverschiebung in der VUCAAI-Welt
KI als Werkzeug: Potenziale und Grenzen KI-gestützten Lernens
Beobachtung und Dokumentation von transformativen Lernprozessen
Lernergebnisse (Wissensebene):
Verständnis der theoretischen Grundlagen transformativen Lernens
Kenntnis kognitionspsychologischer und motivationspsychologischer Befunde zum Lernen
Fähigkeit zur kritischen Analyse von Lernumgebungen hinsichtlich ihres transformativen Potenzials
Verständnis der Chancen und Risiken von KI für Bildungsprozesse
Kompetenzen (Handlungsebene):
Systematische Reflexion des eigenen Lernens und der bewussten und unbewussten Lerngewohnheiten
Entwicklung evidenzbasierter Gestaltungsvorschläge für Lernumgebungen
Konstruktives Peer-Feedback geben und annehmen
Komplexe Ideen strukturiert präsentieren und verteidigen.
Maximale Teilnehmendenzahl
30 Teilnehmer