Rhetorik & Wahrheit
„Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht.“ So beschreibt Nietzsche die Allgegenwart einer Eigenschaft, die zu den problematischen Talenten des Menschen gehört. Selbstbestimmung wird erfahren als Fremdbestimmung, die Widerstand provoziert. Macht bedeutet: sich gegen Kräfte durchsetzen, gestalten und verändern zu können jenseits der Trägheit all jener, die dabei etwas zu verlieren haben. Hinter jeder Spannung zwischen Nationen, Geschlechtern oder Generationen, Regierung und Bürgern lassen sich Machtasymmetrien vermuten. Macht spricht in Symbolen, Andeutungen oder Drohungen. Im Verhältnis zur Gewalt hingegen wird sich die Macht zurückhalten und genau jene Dosis wählen, die für ihren Erhalt die notwendige ist. Wo Gewalt grenzenlos gebraucht wird, lauert schon die Ohnmacht. Ist Macht also an sich böse?, so Nietzsches Basler Kollege Jacob Burckhardt. Man kann auf Macht verzichten, ohne sie zu verlieren. Schon die Alten kannten diese größte aller Gesten der Macht als Begnadigung.
Prof. Dr. Jürgen Werner
Fragt man Jürgen Werner nach seinem Beruf, erzählt er manchmal eine Episode aus dem Film „Jules et Jim“ von François Truffaut: In einem Eisenbahnabteil sitzend begegnen die beiden Titelhelden einander, woraufhin der eine den anderen anspricht und wissen will, was der denn von Beruf sei. „Ich bin ein Neugieriger“, bekommt er zur Antwort. „Das ist doch kein Beruf“, zeigt sich der erste verwundert. Doch er wird beschieden: „Aber das wird mal einer“. – Alle Neugierigen finden mehr unter www.juergen-werner.com/leben.
Ziele & Kompetenzen
Was wird erwartet:
Lust auf Denken, Interesse an Philosophie
Erwartete Lernergebnisse:
Denken und Verstehen
Maximale Teilnehmendenzahl
12 Teilnehmer