Psychische und Soziale Systeme
In diesem Seminar widmen wir uns der komplexen Beziehung zwischen körperlichen, psychischen und sozialen Prozessen im Kontext psychosomatischer Phänomene. Sinn und Selbst spielen im Zusammenhang der Vermittlung von Körper, Psyche und Sozialem eine entscheidende Rolle. Das „eigenverantwortliche, handelnde Selbst" ausgehend von Fritz Simon (2018) kann „als Lösung des Problems betrachtet werden, das aus dem strukturellen Konflikt resultiert, den jedes psychische System immer wieder aufs Neue entscheiden muss, wenn es mit den widersprüchlichen strukturdeterminierten Funktionslogiken körperlicher [und] sozialer Prozesse konfrontiert ist." Anschlussnehmend daran werden wir untersuchen, inwiefern das Misslingen der Konstruktion des Selbst in die Therapie führen kann und wie verschiedene psychosomatische Kliniken dazu beitragen, dass die Sinn- und Selbstkonstruktionen wieder gelingen können. Dies führt uns dann dazu, (psycho)therapeutische Praxis intensiv zu reflektieren.
Hannah Cramer, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Soziologie
Doktorandin zum Thema: Sinnrekonfigurationen in der stationären psychosomatischen Therapie
Dr. Jonathan Harth
Zu meinen aktuellen Forschungsschwerpunkten zählen vor allem die Potentiale und Möglichkeiten von Extended Reality Technologien im Bereich der Kunstproduktion sowie in Bezug auf ihre phänomenologischen Fragestellungen. Darüber hinaus arbeite ich an Fragestellungen zu Herausforderungen und Chancen von Sozialität unter Bedingungen künstlicher Intelligenz. Neben meiner Tätigkeit am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Witten/Herdecke arbeite ich derzeit als Berater für das Forschungsprojekt Theater der erweiterten Realitäten am Theater an der Ruhr in Mülheim. jonathanharth.de
Ziele & Kompetenzen
Der Kurs führt in zentrale Grundbegriffe der Systemtheorie Niklas Luhmanns ein. Thematische Schwerpunkte sind Sinn, Selbstreferenz, System/Umwelt-Differenz, Kommunikation sowie das Verhältnis von psychischen, sozialen und körperlichen Systemen. Die Studierenden erwerben ein Grundverständnis systemtheoretischen Denkens und lernen, komplexe Phänomene nicht kausal-linear, sondern differenztheoretisch zu betrachten. Auf Handlungsebene entwickeln sie die Kompetenz, soziale Situationen, Selbstbeschreibungen und professionelle Praxis mit systemtheoretischen Begriffen zu reflektieren.