Patriarchale Strukturen – mehr als nur Gender-Pay-Gap?!
„Das Patriarchat gibt es nicht mehr. Frauen werden doch nur im Kontext des Gender-Pay-Gap ungleich behandelt, oder?"
Auch wenn Frauen im Verlauf der Geschichte viele entscheidende Errungenschaften zur Gleichstellung erlangt haben und vor dem Gesetz gleich sind (Artikel 2, Absatz 2 GG), sind sie es faktisch nicht. Mit dem Begriff des Patriarchats lassen sich aktuelle Geschlechterverhältnisse aber nicht mehr so einfach fassen. Im wissenschaftlichen Diskurs wird unter anderem von Post-Patriarchat, Neopatriarchat oder der flexiblen Geschlechterordnung gesprochen.
In diesem Seminar setzen Sie sich mit dem Begriff des Patriarchats auseinander und bringen diesen mit aktuellen Fällen aus den Medien in Verbindung. Im ersten Teil der Doppelstunde widmen wir uns einem bestimmten Thema, wie dem Fall Gisèle Pelicot, Colin Fernandez, der Epstein-Affäre, dem Buch von Alexandra Zykunov „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt!", dem Buch von Andrea Böhm „Fighting like a Woman" oder Ihren mitgebrachten Themen. Im zweiten Teil der Doppelstunde werden Sie Ihr erworbenes Wissen und Ihre Eindrücke in der Erstellung sogenannter Körperkarten reflektieren und künstlerisch zum Ausdruck bringen.
Lena Labuwy-Stark
Ausbildung zur Erzieherin (2011-2014). Studium der Kindheitspädagogik an der Fliedner-Fachhochschule Düsseldorf (2015-2018) und der Erziehungswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal (2020-2024). Im August 2024 Masterabschluss mit dem Titel: Zwei Intellektuelle zur Möglichkeit einer politischen Erwachsenenbildung nach 1945: Th. W. Adorno und M. Horkheimer. Seit November 2025 im Rahmen des von der Werner Richard - Dr. Carl Dörken-Stiftung finanzierten Projekts "Die Geschichte und Zukunft des Studium fundamentale der Universität Witten/Herdecke" an der Bergischen Universiät Wuppertal angestellt.
Forschungsinteressen:
Geschichte des Bildungsbegriffs
Bildungsphilosophie
Kritische (Bildungs-)Theorie
(politische) Erwachsenenbildung
Universitätsgeschichte mit dem Schwerpunkt: Studium Generale in der BRD nach 1945
Universitäts- und Wissenschaftsverständnis in der BRD nach 1945
Ziele & Kompetenzen
Auf der Wissensebene erhalten Sie die Möglichkeit, sich mit dem Begriff des Patriarchats und seinen neuen Begrifflichkeiten und Aushandlungen aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig können Sie dies mit aktuell in den Medien diskutierten Fällen in Verbindung bringen und auf der Handlungsebene Ihr wissenschaftlich erworbenes Wissen reflektieren und künstlerisch verarbeiten.