Kunst / Organisation
Ziel des Seminars ist es, die Beziehung zwischen Kunst und Organisation anhand eigener Projekte sowohl praktisch unter Einsatz analoger Technik als auch theoretisch zu erarbeiten. Ausgangspunkt des Kurses ist die Annahme, dass Kunst nicht nur soziale Strukturen – wie Organisationen – reflektiert, sondern diese auch aktiv irritiert, verschiebt und mitgestaltet.
Künstler:innen experimentieren mit der Frage, „how the social is [...] organized [...]“ (Holm and Beyes 2022: 227). Dieser erweiterte Kunstbegriff macht deutlich, dass Künstler:innen nicht allein als Schöpfer:innen diskreter Objekte, sondern auch als Initiator:innen von Situationen, Prozessen und Wahrnehmungsanordnungen verstanden werden können, in denen Personen, Material, Technik und Raum zu aktiven Mitwirkenden werden. Organisation ist somit Folie als auch Produkt künstlerischer Arbeit.
Im Wintersemester 2026/27 widmen wir uns den Anfängen der elektronischen Musik.
Prof. Dr. Hendrik Wilhelm
Hendrik Wilhelm ist Inhaber des RMI-Lehrstuhls für Strategische Organisation sowie stellvertretender Direktor des Reinhard-Mohn-Instituts für Unternehmensführung der UW/H. In seiner Forschung untersucht er, wie verantwortungsbewusste Führungskräfte die Zusammenarbeit in Teams gestalten können, damit Organisationen erfolgreicher, anpassungsfähiger und innovativer werden. Seine wissenschaftlichen Beiträge befassen sich unter anderem mit dem Einfluss zwischenmenschlicher Emotionen auf die Zusammenarbeit. Er studierte an der Universität Mannheim und promovierte sowie habilitierte an der Universität zu Köln. Forschungsaufenthalte führten ihn an die University of Cambridge (UK) und an die Rotman School of Management (Kanada). Seine Arbeiten erscheinen in internationalen Spitzenzeitschriften wie Organization Science, Organization Studies und Journal of Management Studies. Er ist Associate Editor von Academy of Management Discoveries. An der UW/H ist er Co-Leiter des Studiengangs Management (B. Sc.).
Emil Schult
Emil Schult ist Maler, Poet und audiovisueller Künstler. Weltweit bekannt ist er für seine interdisziplinäre Arbeitsweise an der Schnittstelle von Bildender Kunst, Musik und Technologie. Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Dieter Roth, Joseph Beuys und Gerhard Richter prägte er über 15 Jahre lang mit seinen Texten und Bildern unter anderem die Arbeiten der Band Kraftwerk. Schult schafft Werke, die nicht nur die Ästhetik von Epochen mitbestimmen, sondern auch neue Perspektiven auf unser Zusammenleben in einer von KI geprägten Welt eröffnen. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Kunstinstitutionen ausgestellt, darunter in den Deichtorhallen in Hamburg, in der Rauschenberg Gallery in Fort Myers, in der Buchholz Gallery in New York und in der Tate Modern in London. Er lehrte an der Universität Münster, an der Free International University von Beuys und am Institute for Electronic Arts der Alfred University in New York. Derzeit ist er u. a. Teil der Gruppe „Transhuman Art Critics”.
Ziele & Kompetenzen
Ausgehend von den künstlerischen Positionen von Daphne Oram, Maryanne Amacher, Pierre Henry und Éliane Radigue untersuchen wir, wie elektronische Musik soziale, technische und ästhetische Ordnungen hervorbringt, unterbricht und neu organisiert. Hierzu setzen wir ausschließlich analoge Technik als Werkzeug künstlerischer Praxis ein. Parallel dazu findet eine vertiefte wissenschaftliche und textliche Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen Kunst und Organisation im Werk der vier Künstler:innen statt.
Das Seminar schließt mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung, bei der die Teilnehmenden ihr Kunstwerk (Objekt, Skulptur, Bild oder Musik) vorstellen. Zudem wird ein Sammelband veröffentlicht, in dem alle Beiträge dokumentiert werden.