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Kleine Gesten, komplexe Gegenwarten. Zeitgenössische Kunst erleben auf der Venedig-Biennale (Seminar mit Exkursion)

Prof. Dr. Renate Buschmann

Reflexiv Künstlerische Praxis
Kultur & Geschichte Kunst & Kreativität
Präsenz  / max. 20 Teilnehmende
deutsch
Anders / ganztags
Teilnahmemodalitäten
Termine
UWE

Die Biennale di Venezia zählt zu den wichtigsten internationalen Ausstellungen für zeitgenössische Kunst weltweit. Seit ihrer Gründung im Jahr 1895 findet sie alle zwei Jahre in Venedig statt und bringt Künstler:innen, Kurator:innen und Besucher:innen aus zahlreichen Ländern zusammen. Sie besteht sowohl aus einer großen internationalen Hauptausstellung an den beiden Standorten „Giardini" und „Arsenale" als auch aus nationalen Pavillons, die über die ganze Stadt verteilt sind und in denen aktuelle Positionen der Gegenwartskunst aus den jeweiligen Ländern präsentiert werden.

Die Hauptausstellung der 61. Biennale di Venezia „In Minor Keys" wurde von der 2025 verstorbenen Koyo Kouoh entwickelt, die als erste afrikanische Frau zur Kuratorin der Biennale berufen wurde. Die nationalen Pavillons folgen daneben eigenen thematischen Schwerpunkten. Viele Beiträge greifen aktuelle globale Krisen wie die drohende Klimakatastrophe, Wasserknappheit, Umweltzerstörung, Krieg oder Fragen von Migration und sozialer Ungleichheit auf. Der Deutsche Pavillon setzt sich in diesem Jahr mit den gesellschaftlichen und kulturellen Nachwirkungen der DDR auseinander und fragt anhand der Arbeiten von Henrike Naumann und Sung Tieu, wie historische Brüche, ostdeutsche Erfahrungen, Migration und gesellschaftliche Ausschlüsse bis in die Gegenwart spürbar bleiben.

Die Exkursion nach Venedig findet vom 12. bis 15. November 2026 statt und ermöglicht die unmittelbare Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst vor Ort. Gemeinsame Rundgänge, Diskussionen und Kurzreferate dienen dazu, Ausstellungen und die darin gezeigten künstlerischen Arbeiten gemeinsam zu betrachten, zu diskutieren und kritisch zu reflektieren. Die Auswahl der Orte, die besucht werden, erfolgt gemeinsam im Rahmen einer vorbereitenden Sitzung, deren Teilnahme obligatorisch ist. Die Kosten für bereits reservierte Unterkunft (3 Nächte) und Eintritt belaufen sich auf etwa 230 € pro Person; hinzu kommen individuelle Reisekosten.

Prof. Dr. Renate Buschmann

Renate Buschmann

Ich bin Kunstwissenschaftlerin und seit 2020 im Studium fundamentale am WittenLab tätig. An meinem Lehrstuhl „Digitale Künste und Kulturvermittlung“ beschäftige ich mich mit Themen und Entwicklungen der technologie- und zeitbasierten Künste seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bis heute und mit Formaten der Kulturvermittlung, die daraus entstehen. Lassen Sie uns über die Potenziale von Kunst sprechen, um die Gegenwart kritisch zu reflektieren und positive Ansätze zu entwickeln.

Dr. Regine Ehleiter

I am an art historian whose research focuses on exhibition history, analog and digital publishing practices, and the intersections of art and ecology. I recently co-edited the volume "Exhibition Ecologies. Entanglements of Art, Institutions, and Politics in the Environmental Crisis" (Berlin/Boston: De Gruyter, 2026). Since March 2025, I have worked as a postdoctoral researcher at the Chair for Digital Arts and Culture Communication at Witten/Herdecke University.

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Teilnahmemodalitäten

Die Exkursion nach Venedig findet vom 12. bis 15. November 2026 statt.

Die Auswahl der Orte, die besucht werden, erfolgt gemeinsam im Rahmen einer vorbereitenden Sitzung am 14.10.26 um 18:15, deren Teilnahme obligatorisch ist.

Die Kosten für bereits reservierte Unterkunft (3 Nächte) und Eintritt belaufen sich auf etwa 230 € pro Person; hinzu kommen individuelle Reisekosten.

Spätester Zahlungseingang bis 20.10.26.

Ziele & Kompetenzen

Die thematischen Schwerpunkte des Kurses liegen auf der Auseinandersetzung mit zentralen Themen, Ausdrucksformen und gesellschaftlichen Fragestellungen der zeitgenössischen Kunst im Kontext der 61. Biennale di Venezia. Im Mittelpunkt stehen Fragen danach, wie Kunst auf aktuelle globale Entwicklungen und Krisen reagiert und welche Rolle Ausstellungen als Orte gesellschaftlicher Debatten und kultureller Verständigung spielen. Darüber hinaus vermittelt das Seminar grundlegende Kenntnisse zur Geschichte, Struktur und internationalen Bedeutung der Venedig-Biennale als einer der wichtigsten Plattformen für Gegenwartskunst.

Da sich das Seminar ausdrücklich auch an Studierende ohne kunsthistorische Vorkenntnisse richtet, steht die gemeinsame Annäherung an zeitgenössische Kunst und ihre gesellschaftlichen Kontexte im Vordergrund. Die Studierenden lernen, künstlerische Arbeiten und Ausstellungen aufmerksam zu betrachten, im Zusammenhang aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven auf Gegenwartskultur auszutauschen. Zudem erwerben sie grundlegende Kenntnisse über zentrale Diskurse und Präsentationsformen zeitgenössischer Kunst sowie über die Funktion internationaler Großausstellungen.

Auf der Handlungsebene fördert das Seminar insbesondere die Fähigkeit, eigene Beobachtungen zu formulieren, sich argumentativ an Diskussionen zu beteiligen und unterschiedliche Positionen kritisch zu reflektieren. Durch Kurzreferate, gemeinsame Rundgänge und Diskussionen vor Ort erwerben die Studierenden Kompetenzen in mündlicher Präsentation, analytischer Wahrnehmung und gemeinsamer Reflexion. Die Exkursion stärkt darüber hinaus die Fähigkeit, kulturelle Phänomene im direkten Ausstellungs- und Stadtraumkontext wahrzunehmen sowie Bezüge zwischen Kunst, Gesellschaft und politischen Fragestellungen eigenständig herzustellen.