Meine UWH
Menü schließen

Faschismus heute? Historische Perspektiven und aktuelle Debatten

Armin Flender

Reflexiv
Gesellschaft & Demokratie Kultur & Geschichte Siebenviertel
Präsenz  / max. 30 Teilnehmende
deutsch
Wöchentlicher Termin am Stufu-Donnerstag / nachmittags
Teilnahmemodalitäten
Termine
UWE

Der Begriff „Faschismus" scheint allgegenwärtig: in öffentlichen Debatten und politischen Auseinandersetzungen, in der Presse und auf Demonstrationen. Er dient zur Beschreibung rechter Parteien und Bewegungen, religiös-fundamentalistischer Regierungen, mitunter auch ökonomischer Entwicklungen oder der digitalen Welt. Spätestens mit Donald Trumps erneutem Amtsantritt wird die Frage diskutiert, ob sich die USA auf dem Weg in einen faschistischen Staat befinden. Ein Eindruck wird vermittelt: Der Faschismus ist zurück.

Doch was genau ist damit gemeint? Welche historischen Merkmale des Faschismus lassen sich tatsächlich auf gegenwärtige Entwicklungen übertragen und wo beginnt eine problematische begriffliche Überdehnung? Ist es analytisch sinnvoll, heutige autoritäre Tendenzen als faschistisch zu bezeichnen, oder braucht es dafür nicht eher neue Begriffe? Und besteht nicht zugleich die Gefahr, den spezifisch gewaltsamen und mörderischen Charakter des historischen Faschismus zu relativieren, wenn der Begriff vorschnell auf die Gegenwart angewandt wird? Andererseits: Kann nicht gerade der Rückgriff auf den Faschismusbegriff auch als politische Warnung verstanden werden?

Das Seminar geht diesen Fragen in historischer und systematischer Perspektive nach. Es untersucht die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen, die in den 1920er- und 1930er-Jahren zum Faschismus führten, und fragt zugleich nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der Epoche des Faschismus und der Gegenwart. Im Zentrum steht damit nicht nur die Geschichte des Faschismus, sondern auch die Frage, wie wir heutige autoritäre, antidemokratische und radikalisierte Entwicklungen angemessen beschreiben können.

Armin Flender

Ich bin Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und akademisch ausgebildeter und promovierter Historiker. Mich hat immer Nietzsche inspiriert, wenn er schreibt, dass „der Mensch, neben der monumentalischen und antiquarischen Art, die Vergangenheit zu betrachten, oft genug einedritte Art nötig hat, die kritische […]. Er muß die Kraft haben und von Zeit zu Zeit anwenden, eine Vergangenheit zu zerbrechen und aufzulösen, um leben zu können: dies erreicht er dadurch, daß er sie vor Gericht zieht, peinlich inquiriert und endlich verurteilt: jede Vergangenheit aber ist wert, verurteilt zu werden.“ Das wäre für mich ein Motto, unter welches ich meine Beschäftigung mit Geschichte stellen würde und was ich auch in den Seminaren vermitteln möchte.

Seminar zur Merkliste hinzufügen

Ziele & Kompetenzen

Erkenntnisse zu den Pfaden gegenwärtiger Politik und Gesellschaft. Problembewusstsein für Herausforderungen der Zukunft schärfen.

Förderung der Kompetenzen Lesebereitschaft und Diskussionsfähigkeit.