Dezentrale Autonome Organisationen – DAOs als Zukunft der Organisation?
Stellen Sie sich eine Organisation ohne CEO vor, ohne Vorstand, ohne klassische Hierarchie – und dennoch werden täglich Millionen-Dollar-Entscheidungen getroffen, komplexe Finanzprodukte verwaltet und eine eigene Währung stabilisiert. Willkommen in der Welt der Decentralized Autonomous Organizations (DAOs).
DAOs sind digitale Organisationen, die auf Blockchain-Technologie basieren und ohne zentrale Führungsinstanz funktionieren. Statt durch Satzungen oder interne Richtlinien werden Prozesse durch Smart Contracts – also Programmcode – geregelt. Was nach Science-Fiction klingt, ist längst Realität: Tausende DAOs verwalten heute kollektiv Vermögenswerte in Milliardenhöhe, treffen demokratische Entscheidungen über Protokollparameter und experimentieren mit radikalen neuen Formen der Zusammenarbeit.
Anhand empirischer Beispiele wie MakerDAO, Uniswap und anderen diskutieren wir, ob DAOs tatsächlich eine Revolution oder doch eher eine Evolution bestehender Organisationsformen darstellen.
Dr. phil. Jonathan Harth
Zu meinen aktuellen Forschungsschwerpunkten zählen vor allem die Potentiale und Möglichkeiten von Extended Reality Technologien im Bereich der Kunstproduktion sowie in Bezug auf ihre phänomenologischen Fragestellungen. Darüber hinaus arbeite ich an Fragestellungen zu Herausforderungen und Chancen von Sozialität unter Bedingungen künstlicher Intelligenz. Neben meiner Tätigkeit am Lehrstuhl für Soziologie der Universität Witten/Herdecke arbeite ich derzeit als Berater für das Forschungsprojekt Theater der erweiterten Realitäten am Theater an der Ruhr in Mülheim. jonathanharth.de
Ziele & Kompetenzen
Im Seminar untersuchen wir:
- Inwiefern unterscheiden sich DAOs von klassischen Organisationstypen wie Bürokratien, Unternehmen oder Vereinen?
- Wie funktionieren Transparenz, Entscheidungsfindung und Vertrauensmechanismen in DAOs im Vergleich zu traditionellen Organisationen?
- Lösen DAOs die fundamentalen Probleme von Organisation – oder schaffen sie nur neue Komplexitäten?
Maximale Teilnehmendenzahl
25 Teilnehmer