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Das gelingende Leben. Ein Semester mit einem Buch: Nikomachische Ethik von Aristoteles

Prof. Dr. Jürgen Werner

Reflexiv
Gesellschaft & Demokratie Kultur & Geschichte
Präsenz  / max. 30 Teilnehmende
deutsch
Wöchentlicher Termin am Stufu-Donnerstag / nachmittags
Teilnahmemodalitäten
Termine
UWE

Dieses Seminar liest ein einziges Buch. Die Nikomachische Ethik ist dafür wie kein zweites Werk geeignet: Sie ist das erste Werk der europäischen Geschichte, das systematisch fragt, was ein gelungenes Leben ist – und bis heute das beste. Aristoteles behandelt darin nahezu alles, was Menschen ernsthaft beschäftigt: Glück und Gewohnheit, Mut und Maß, Geld und Gerechtigkeit, Urteilskraft und Willensschwäche, Lust und Freundschaft, Arbeit und Muße. Und er behandelt es in einer Haltung, die selten geworden ist: ohne Moralisieren, ohne System-Ehrgeiz, mit scharfem Blick auf das, was Menschen tatsächlich tun.Der Gedankengang verlangt keine philosophische Vorbildung – er spricht aus Lebenserfahrung. Er ist zugleich der vielleicht folgenreichste Text der Philosophiegeschichte: Wer die Nikomachische Ethik gelesen hat, besitzt den Schlüssel zu zwei Jahrtausenden ethischen Denkens.Für Studierende der Medizin, Zahnmedizin, Psychologie, Ökonomie und Philosophie hat der Text einen besonderen Vorzug: Er handelt von ihnen. Aristoteles’ Leitbegriff der Klugheit (phronesis) ist am Arzt entwickelt – an dem, der nicht Regeln anwendet, sondern im Einzelfall das Richtige trifft. Seine Gerechtigkeitslehre enthält die erste Theorie des Geldes und des Tausches. Seine Analyse der Willensschwäche ist das Gründungsdokument aller Psychologien des inneren Konflikts. Und seine zwei Bücher über Freundschaft sind das Genaueste, was je über menschliche Beziehungen geschrieben wurde.Die Arbeitsform ist die des Lektürekurses: Pro Sitzung wird eine überschaubare Textportion (10–15 Seiten) genau gelesen. Das Seminar schreitet nicht durch Themen, sondern durch das Buch – die Themen stellen sich ein.

Prof. Dr. Jürgen Werner

Fragt man Jürgen Werner nach seinem Beruf, erzählt er manchmal eine Episode aus dem Film „Jules et Jim“ von François Truffaut: In einem Eisenbahnabteil sitzend begegnen die beiden Titelhelden einander, woraufhin der eine den anderen anspricht und wissen will, was der denn von Beruf sei. „Ich bin ein Neugieriger“, bekommt er zur Antwort. „Das ist doch kein Beruf“, zeigt sich der erste verwundert. Doch er wird beschieden: „Aber das wird mal einer“. – Alle Neugierigen finden mehr unter www.juergen-werner.com/leben.

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