Bildungsungleichheiten
Bildung ist ein Menschenrecht und essenziell für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sie sollte daher für alle gleichermaßen zugänglich sein. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Personengruppen, die auch in anderen Bereichen marginalisiert werden, Benachteiligungen und Diskriminierungen in allen Bildungskontexten erfahren können. In diesem Seminar werden wir am Beispiel des deutschen Bildungssystems erfahren, an welchen Punkten strukturelle Benachteiligungen für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen stattfinden. Dabei werden verschiedene Formen von Diskriminierung thematisiert und die Relevanz einer intersektionalen Betrachtungsweise hervorgehoben. Wir werden uns darüber hinaus immer wieder mit psychologischen Perspektiven auf Gruppenzugehörigkeit, Stereotypenbildung und daraus folgender Ausgrenzung oder Inklusion befassen. Abschließend widmen wir uns der Frage, wie diskriminierungssensibles Lehren und Lernen besser implementiert und umgesetzt werden kann.
Dr. Svenja Hartwig
Seit 2020 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am WittenLab. Zukunftslabor Studium fundamentale der UW/H. Zuvor studierte ich im B.Sc. und M.Sc. Psychologie an der WWU Münster und promovierte 2018 an der TU Dortmund ebenfalls im Fach Psychologie im Bereich der Lehr-Lernforschung. Nach einer kurzzeitigen Tätigkeit an der FernUniversität Hagen landete ich dann in Witten.
Als pädagogische Psychologin hat mich Lehren und Lernen in den verschiedensten Kontexten schon immer fasziniert. Daher habe ich mich damit auch beruflich schon aus unterschiedlichsten Perspektiven beschäftigt – sei es als Dozentin, als Forscherin oder aus einer Meta-Ebene. Mittlerweile arbeite ich vorrangig an der Qualitätssicherung der Lehre und der Prozesse am WittenLab und bin daher auch die zentrale Ansprechperson für alle Themen im Bereich Evaluation oder sonstigen Feedbacks.
Ziele & Kompetenzen
Die Teilnehmenden kennen die verschiedenen Stufen des deutschen Bildungssystems. Auf dieser Basis können sie theoretische Überlegungen und empirische Ergebnisse zu struktureller Diskriminierung einordnen. Sie erkennen die eigenen Privilegien und können ihre Bildungsgeschichte vor diesem Hintergrund reflektieren. Mittels sozial- und kognitionspsychologischer Theorien können die Studierenden Erklärungsansätze für das inklusive bzw. exklusive Handeln einzelner Akteur*innen und Personengruppen geben.
Maximale Teilnehmendenzahl
20 Teilnehmer