10 Biotope für die Vielfalt der Kulturlandschaft
Die größte botanische Vielfalt Mitteleuropas findet sich in zehn Biotopen – und dies sind keine Wald- oder Wildnisbiotope, sondern Biotope der Kulturlandschaft. Damit sind sie vom Menschen und seiner nachhaltigen Bewirtschaftung abhängig, was das verbreitete Narrativ, der Mensch sei pauschal der größte Naturzerstörer, infrage stellt. In Zukunft wird es darum gehen, Wirtschaft und Landschaftsplanung so zu gestalten, dass Nahrungsmittelproduktion und Biodiversität Hand in Hand gehen. Das 10-Biotope-Konzept, das 2020 von einem Arbeitskreis um Christoph Vahle herum publiziert wurde, bildet dafür die inhaltliche Grundlage.
In unserem Kurs werden wir das Konzept der 10 Biotope von theoretischer und praktischer Seite her kennenlernen. Je nach Interesse und aktueller Situation kann bei der Pflege eines Geländes im Umfeld der Uni, das nach dem Konzept der 10 Biotope angelegt wurde, mitgearbeitet werden.
Marian Roßlenbroich
Als Freiberuflicher Biologe und Unternehmer arbeite ich in verschiedenen ökologischen Projekten. Hierzu gehören Vegetationskartierungen vor dem Bau von Stromleitungstrassen, Planung und Durchführung von Biotopkonzepten im landwirtschaftlichen und Städtischen Bereich sowie kleinere Tätigkeiten in der Umweltbildung im Bereich Pflanzensoziologie und Bodenkunde. Mich interessiert das Zusammenspiel aus Pflege der Natur und unternehmerischen Perspektiven, da hier meines Erachtens die größten Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten vieler aktueller gesellschaftlicher Fragen liegen. Vor diesem Hintergrund bin ich auch ein Stück weit in der Startup- Szene unterwegs.
Ziele & Kompetenzen
Der Kurs vermittelt Bewusstheit und praktische Erfahrungen auf folgenden Ebenen:
- Wert und Notwendigkeit ökologischer Vielfalt
- Einfluss der Tätigkeit des Menschen auf die Biodiversität
- Wechselbezüge zwischen menschlicher und ökologischer Gesundheit
- Ideen für naturverträgliche Wirtschaftsmodelle
- Kenntnis heimischer Pflanzenarten in Wechselbezug mit Lebensräumen und Boden
- Reflexion eigener fachbezogener Studieninhalte im Kontext von Systemfragen und Ökologie
Schwerpunkt:
- Heimische Pflanzenwelt als Ansatzpunkt für biologische Vielfalt
- Verhältnis Mensch/Natur
Wichtige Kompetenzen:
- Fähigkeit unterschiedliche Perspektiven einzunehmen: Lokal und global, theoretisch und praktisch, wirtschaftlich, gesundheitlich und ökologisch
- Komplexität und auftretende Widersprüche als Potentiale sehen
Maximale Teilnehmendenzahl
20 Teilnehmer