Rhetorik und Wahrheit

Jürgen Werner
Wenn Wahrheit der Rede wert ist, gilt es Rechenschaft abzulegen. Sagen zu können, was man gesehen hat, gehört allerdings zu den schwierigeren Übungen im Denken. Dass viele mehr sprechen, als sie zu sagen hätten, und manche mehr entdeckt haben, als sie mitteilen können, ist das Los von Menschen, deren Welt sich zwar im Wort erst erschließt, aber durch die Sprache auch verborgen wird. Schon in der Antike traten Männer auf, die sich diesen Mangel zunutze gemacht haben: Täuschungen, Manipulationen, Demagogie und Desinformation – sie bilden den Kontext, in dem Rhetorik sich bis heute legitimieren muss. Nur wo um Wahrheit zu streiten sich lohnt, kann eine Rede freilich Verbindlichkeit beanspruchen, eine Erkenntnis Geltung behaupten. Der Kurs übt in Sprech- und Denkformen ein – in Techniken, die „technisch“ gar nicht genannt werden sollten, wie Argumentation, Debatte, Dialektik, freie Rede – und ist für alle, die mehr wollen, als etwas und sich gut zu präsentieren. Es können nur 12 Studierende mitkommen. Die Auswahl und die Information zu der Lehrveranstaltung erfolgt während des Vorbesprechungstermins. Das Seminar findet statt auf der Insel Pellworm. Kosten: ca. Euro 200.

Rhetoric and Truth

If truth is worth talking about, it must be accounted for. To be able to say what one has seen, however, is one of the more difficult exercises in thinking. The fact that many speak more than they have to say, and some have discovered more than they can communicate, is the lot of people whose world is first revealed in words, but is also hidden by language. Even in antiquity, men appeared who took advantage of this deficiency: Deception, manipulation, demagogy and disinformation – they form the context in which rhetoric must legitimise itself to this day. Only where it is worth arguing about truth can a speech claim to be binding and an insight to be valid. The course provides practice in forms of speaking and thinking – in techniques that should not even be called „technical“, such as argumentation, debate, dialectic, free speech – and is for all those who want more than to present something and themselves well.

What do I need to know to participate?
Desire to think, interest in philosophy and rhetoric

How will we learn?
Lectures, discussions, exercises

Seminar Goal
Rhetoric, dialectic, logic, pleasure in thinking

Maximum number of participants
30

 

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Jürgen Werner
"Hochschullehrer, Manager- und Strategieberater, gelegentlich noch Journalist, Autor. Im übrigen halte ich es bei der Frage nach dem Beruf mit dem Romanschriftsteller Henri-Pierre Roché, der den Rat beherzigte, den ihm Albert Sorel, sein Professor an der Hochschule für Politikwissenschaft, gegeben hatte, und der in Truffaults Verfilmung von „Jules und Jim“ wörtlich übernommen ist. Dort heißt es: „Aber was soll ich werden?“ „Ein Neugieriger.“ „Das ist doch kein Beruf.“ „Das ist noch kein Beruf. Bald wird es einer sein. Die Zukunft gehört den berufsmäßig Neugierigen."
E-Mail: juergen.werner@uni-wh.de
Was muss ich mitbringen?

Lust auf Denken, Interesse an Philosophie und Rhetorik

Wie werden wir lernen?

Vorlesungen, Gespräche, Übungen

Ziel der Veranstaltung

Rhetorik, Dialektik, Logik, Lust am Denken

Max. Teilnehmendenzahl

30