Wer wird mich berühren? Menschliche Körper und Technik (künstlerische Praxis)

Dr. Anne Schülke
Ist die Unterscheidung zwischen Natur und Kultur, zwischen menschlichem Körper und Technik nicht längst überholt? Seit Jahrhunderten nutzen wir Prothesen und Implantate, seit einigen Jahrzehnten künstliche Befruchtung und sehr bald Mensch-Roboter-Kooperationen im medizinischen und pflegerischen Alltag. Die Philosophie spiegelt diese Situation und arbeitet mit relationalen Denkmustern, die Dichotomien auflösen, um den Menschen aus dem Zentrum herauszurücken und uns zu umweltlichem Denken einzuladen.

Auch in der Kunst diskutieren wir das Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen. Ängste vor der Dominanz der Maschinen erzeugen dystopische Szenarien. Emanzipatorische Positionen zeigen technische Entwicklung als Möglichkeit der Erweiterung der menschlichen Potentiale oder Überschreitung menschlicher Grenzen.

Anne Schülke lebt und arbeitet als Medienkünstlerin in Düsseldorf, studierte Literatur und Philosophie in Düsseldorf und promovierte über Autofiktion. Sie entwickelt Videos, Texte, Künstlerhefte und Installationen, zeigt ihre Arbeiten im Ausstellungskontext und im öffentlichen Raum. Häufig initiiert sie Projekte selbständig und geht dabei Kooperationen ein. Zusammen mit Detlef Klepsch zeigt sie im Sommer 2022 Video- und Soundarbeiten an der UW/H.

Who Will Touch Me? Human Body and Technology

Hasn’t the distinction between nature and culture, between the human body and technology been outdated for a long time? We have been using prostheses and implants for centuries, artificial insemination for a few decades and very soon human-robot cooperation in everyday medical and nursing care will be an everyday occurrence. Philosophy reflects upon this situation and works with relational thought patterns that dissolve dichotomies to decenter the human being and invite us to think environmentally.

In art, too, we discuss the relationship between humans and machines. Fears of the dominance of machines create dystopian scenarios. Emancipatory positions show technical development as a way of expanding human potential or transcending human limits.

Anne Schülke lives and works as a media artist in Düsseldorf. She studied literature and philosophy in Düsseldorf and received her PhD in autofiction. She develops videos, texts, artist’s books, and installations, shows her work in exhibition contexts and in public spaces. Often, she initiates projects independently and enters into collaborations. Together with Detlef Klepsch, she will be showing video and sound works at the UW/H this summer.

What do I need to know to participate?
Willingness
– to engage with contemporary art
– to open oneself to new thoughts and unknown worlds of images and sounds
– to read short philosophical texts
– to exchange ideas in the group
– to bring in your own experiences from your studies or professional experiences
– to develop your own ideas based on your own skills and knowledge and share them with the group

Wear light-coloured clothes and shoes, preferably white, and bring along objects (implants, prosthesis, others …) that indicate for you extensions of human abilities. We will clarify details at the pre-meeting.

Wear light-coloured clothes and shoes, preferably white, and bring along objects (implants, prosthesis, others …) that indicate for you extensions of human abilities. We will clarify details at the pre-meeting.

How will we learn?
We will read short texts, watch videos and film excerpts, discuss, interview people, write and go out for a walk. You are invited to develop your own ideas and use video, text or sound to document your associations and thoughts and share them with the group.

We will have picnics and develop living pictures together, which will be testimonies of our exchange. We will clarify details at the pre-meeting.

Seminar Goal
In this seminar you will get to know artists and philosophers who deal with the real and imaginary connections between the human body and technology, e.g. Ulrike Rosenbach, Anna Witt, Donna Haraway, Rosa Braidotti.

Maximum number of participants
15

 

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Dr. Anne Schülke
Mein Name ist Anne Schülke. Ich lebe als Medienkünstlerin in Düsseldorf. Hier studierte ich auch Literatur und Philosophie und promovierte über Autofiktion. Ausgangspunkte meiner Arbeit sind Beobachtungen meiner Umgebung, theoretische Fragestellungen und eine autobiografische Perspektive. Ich entwickle Videos, Texte, Künstlerhefte und Installationen, zeige meine Arbeiten im Ausstellungskontext und im öffentlichen Raum. Häufig initiiere ich Projekte selbständig und gehe dabei Kooperationen ein. Zurzeit co-leite ich auch einen Ausstellungsraum.
Was muss ich mitbringen?

Bereitschaft
- sich mit zeitgenössischer Kunst auseinanderzusetzen
- sich für neue Gedanken und unbekannte Bild- und Klangwelten zu öffnen
- kurze philosophische Texte zu lesen
- Ideen in der Gruppe auszutauschen
- eigene Erfahrungen aus dem Studium oder Berufserfahrungen einzubringen
- auf der Grundlage der eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse eigene Ideen zu entwickeln und diese mit der Gruppe zu teilen

Tragen Sie helle, möglichst weiße Kleidung und Schuhe und bringen Sie Objekte (Implantate, Prothese, Anderes ...) mit, die für Sie Erweiterungen der menschlichen Fähigkeiten anzeigen. Details klären wir bei der Vorbesprechung.

Wie werden wir lernen?

Wir lesen kurze Texte, schauen Videos und Filmausschnitte, diskutieren, führen Interviews, schreiben und gehen spazieren. Sie sind eingeladen, eigene Ideen zu entwickeln und mit Video, Text oder Sound ihre Assoziationen und Gedanken zu dokumentieren und mit der Gruppe zu teilen.
Wir veranstalten Picknicks und entwickeln gemeinsam lebende Bilder, die Zeugnisse unseres Austauschs sein werden. Details klären wir bei der Vorbesprechung.

Ziel der Veranstaltung

In diesem Seminar lernen Sie Künstler*innen und Philosoph*innen kennen, die sich mit den realen und imaginären Verbindungen zwischen menschlichem Körper und Technik auseinandersetzen, z.B. Ulrike Rosenbach, Anna Witt, Donna Haraway, Rosa Braidotti.

Max. Anzahl Teilnehmender

15